Lauf bringt ganzes Dorf auf die Beine

veröffentlicht am 05/09/2016

Rheda-Wiedenbrück (cd) - Volksläufe sind auch Volksfeste. Dementsprechend ist das ganze Dorf auf den Beinen, wenn der Verein „Laufen und Gutes tun“ zur mittlerweile zwölften Ausgabe des Rennens durch St. Vit einlädt.
Mehr als 100 ehrenamtliche Helfer packen regelmäßig mit an, um die anschließend für den guten Zweck gespendete Summe möglichst hochzutreiben.


Eine konkrete Zahl wollte das zwölfköpfige Organisationsteam rund um Andreas Post am Veranstaltungswochenende noch nicht bekanntgeben. Aber so viel kann festgehalten werden: 155 000 Euro wurden bei den vergangenen elf Auflagen des Benefizlaufs insgesamt erwirtschaftet.
Und bei der zwölften Veranstaltung dürfte einiges dazu gekommen sein, denn der Start- und Zielbereich auf dem Gelände der Kreisfeuerwehrschule war den ganzen Samstag über prall gefüllt mit Aktiven und Zuschauern.

Auch Startgelder fließen in Spendensumme
Da sich die spätere Spendensumme nicht nur aus den Verkaufserlösen und den Einzelspenden einiger Privatpersonen zusammensetzt, sondern auch die Startgelder der einzelnen Läufer mit einfließen, dürfte eine Nachricht das Organisationsteam besonders gefreut haben: Diesmal haben an der Veranstaltung erstmals mehr als 1000 Aktive teilgenommen.
Allein 503 Lauffreudige hatten sich für den 4,8-Kilometer-Rundkurs angemeldet. „Unter den Teilnehmern haben wir traditionell einen sehr hohen Anteil an Rheda-Wiedenbrückern“, berichtete Andreas Post. „Unter den Läufern sind auch viele, die sonst gar nicht laufen“, weiß er.

Über die Jahre hinweg haben die Organisatoren ein großes Netzwerk, nicht nur zu Firmen – mehr als 70 unterstützen die Veranstaltung finanziell –, sondern auch zu Schulen aufgebaut. So waren allein 70 Jungen und Mädchen der Osterrath-Realschule bei den verschiedenen Läufen dabei.
Alles unter der Regie von Sportlehrer Olaf Wiertz, der es sich selbst nicht nehmen ließ, für das Zehn-Kilometer-Rennen die Sportschuhe zu schnüren. Auch das Ratsgymnasium und die Gesamtschule konnten viele Läufer unter ihrem Namen und mit eigens angefertigten Shirts an den Start bringen.
Mit dabei waren auch erstmals rund 15 Flüchtlinge aus dem Wohnheim am Lattenbusch. In Zusammenarbeit mit den einheimischen Paten der Asylsuchenden hatte ihnen das Organisationsteam Schuhe und Shirts besorgt und so vor allem den Kindern ein tolles Erlebnis beschert. Letztere spielen bei der Veranstaltung eine große Rolle: Mehr als 240 Jungen und Mädchen im Kindergarten- und Grundschulalter nahmen am 400 Meter langen Bambinilauf teil.

Laufbedingungen und Umfeld müssen stimmen
Dem Organisationsteam ist es nach eigenem Bekunden wichtig, dass nicht nur die Laufbedingungen gut sind, sondern auch das Umfeld passt. So gab es zum Beispiel zahlreiche Spielmöglichkeiten für Kinder. Sportler konnten sich vor oder nach den Läufen von Mitarbeitern der Physiotherapiepraxis Benjamin Borgstädt massieren lassen. Musikalische Unterhaltung lieferte die Band Wohnzimmersoul – und das auch zu später Stunde im Rahmen der After-Run-Party.

An der Strecke hatten sich die Sambagruppe Camposada aus Ostbevern und die Gruppe Querschläger aus Marienfeld postiert und feuerten die Läufer mir ihren Rhythmen an. Die „Gold Cats“-Cheerleader aus Oelde standen zusätzlich Spalier, nachdem sie vor Beginn des 4,8-Kilometerlaufs den Zuschauern bereits ihr Können mit atemberaubenden Figuren gezeigt hatten. Begeistert waren die Läufer auch von den zahlreichen Zuschauern, die sich an der Strecke durch das Dorf platziert hatten. Viele St. Viter machten ihre eigene kleine Party und feuerten die Aktiven von Balkonen, aus Einfahrten oder Vorgärten heraus an.

Erlös geht an Projekt „Der Weg nach Hause“
Die Einnahmen wird der Verein „Laufen und Gutes tun“ zum größten Teil an das Projekt „Der Weg nach Hause“ spenden. Bei diesem Projekt des Kinder- und Jugendhospizes Bielefeld wird es unheilbar kranken Kindern ermöglicht, ihre letzten Lebenswochen nicht im Hospiz, sondern zu Hause verbringen zu können. Dazu ist ein enormer Aufwand nötig, der auch eine Betreuung der Angehörigen mit einschließt. Durch Spenden finanziert, konnten so zum Beispiel 2012 42 Familien aus ganz Ostwestfalen-Lippe betreut werden. Des Weiteren wird ein Teil der Spendensumme an unverschuldet in Not geratene Familien aus Rheda-Wiedenbrück gehen.

© Die Glocke


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